Lange Zeit habe ich Gefühle nicht wirklich gespürt.
Nicht, weil ich sie nicht wollte –
sondern weil ich sie nicht halten konnte.
Als Kind habe ich Verantwortung getragen,
die nicht für mich gedacht war.
Ich habe Spannungen im Familiensystem gelesen,
bevor ich meinen eigenen Körper lesen konnte.
Und ich habe früh gelernt:
Essen schenkt mir irgendwie Halt.
Verlassenheit. Schuld. Druck.
Das waren meine stillen Begleiter.
Und irgendwann war mein Körper der Ort,
an dem alles gespeichert lag.
Ohne Zugang.
Ohne Worte.
Ohne Ausweg.
Das war der Beginn meiner Heilungsreise.
Ich habe verstanden:
Nicht mein Essverhalten war das Problem.
Nicht meine Krankheit oder Symptome.
Nicht meine Schwächen.
Sondern meine Taubheit.
Mein Nervensystem, das permanent in Alarm war.
Mein Körper, der mich schützen wollte,
aber nie lernen durfte,
zu fühlen.
Als ich begann, Gefühle durch mich
hindurchfließen zu lassen,
statt sie zu kontrollieren
oder zu verdrängen,
wurde alles anders:
Ich wurde verbunden.
Ich wurde weich.
Ich wurde echt.
Mit mir.
Mit meinem Körper.
Mit meinem Leben.
.🧡.